Nachschau: RSU Business Lunch „Risikofrüherkennung mit System“

Sind Banken in ihrem Risikomanagement für die bevorstehende konjunkturelle Eintrübung vorbereitet?
Wird die Aufsicht bei der Prüfung der Frühwarnprozesse in den Banken weiterhin ein Auge zudrücken?
Können moderne Analysemethoden die Frühwarnverfahren der Banken noch intelligenter machen?
Wie generiert die umfassende Einbindung von Frühwarnverfahren die kompletten Kreditprozess einen Mehrwert für die Bank?

Am 5. Juni 2019 haben sich 30 Teilnehmern zum RSU Business Lunch „Risikofrüherkennung mit System“ in Frankfurt eingefunden, um mit Experten diese Fragen zu diskutieren.

Christian Heichele, Partner bei KPMG, berichtete über ein gestiegenes Interesse der Aufsicht an den Frühwarnprozessen der Institute und stellte heraus, dass ein effizientes Frühwarnsystem Banken neben der Vermeidung von Verlusten auch neue Möglichkeiten in der Kundenberatung und Produktplatzierung eröffnet – gerade in Zeiten eines sich ändernden Kreditzyklus.

Dr. Janis Bauer, Risk Analyst bei der RSU, präsentierte gemeinsam mit Matthias Dießner, Leiter Content Management & Information Mining bei Genios, die Funktionsweise und den Nutzen der RSU-Frühwarnplattform Risk Guard. Insbesondere das neu eingeführte Modell „nachrichtenbasierte Früherkennung (NBF)“, stieß bei den Teilnehmern auf großes Interesse: Mit dem neuen Modell werden täglich und automatisiert sehr große Nachrichtenmengen systematisch ausgewertet und auf ihre Kritikalität hin gekennzeichnet; der Analyst kann die entsprechenden Nachrichten bei Bedarf direkt in Risk Guard lesen.

Den Abschluss bildeten zwei Erfahrungsberichte aus der Praxis: Thomas Geiger, stellvertretendes Vorstandsmitglied mit dem Aufgabengebiet Gesamtbanksteuerung / Risikocontrolling bei der Kreissparkasse Ludwigsburg, zeigte anschaulich, wie vielfältig Risk Guard im Portfolio- und Risikomanagement eingesetzt werden kann: ob für die laufende Bonitätsüberwachung, die Prüfung von Limit-Ausweitungen oder die branchen- und gesamtwirtschaftliche Beurteilung. Risk Guard liefert Steuerungsimpulse für den Abbau von Investments oder eine Neuausrichtung der Portfolioallokation und kann erfolgreich zur Verhinderung von Verlusten beitragen. Mit der Erweiterung um die Modelle zur nachrichtenbasierten Früherkennung sieht Thomas Geiger neue Einsatzmöglichkeiten bspw. bei Investitionen in Schuldscheine. Da es sich bei Schuldscheinen um Privatplatzierungen handelt, seien kaum Informationen über die Schuldner, i.d.R. mittelständische Unternehmen, verfügbar. Die nachrichtenbasierte Risikofrüherkennung in Risk Guard könne den Investoren hier wertvolle Informationen liefern.

Roland Steenbeck, Projektleiter Digitalisierung des Wholesale Kreditprozesses bei der Bayerischen Landesbank, präsentierte Risk Guard als integrierte Plattform zur Risikofrüherkennung und berichtete über erste positive Erfahrungen mit der nachrichtenbasierten Risikofrüherkennung. Durch frühzeitige Fokussierung auf betreuungsintensive Engagements gewinnt die Bayerische Landesbank wertvolle Reaktionszeit und damit Spielraum in der Entwicklung von Lösungsansätzen. Da die Qualität eines Frühwarnsystems wesentlich von der Portfolio-Abdeckung der automatisch generierten Signale bestimmt werde, sieht Roland Steenbeck durch die Entwicklung der nachrichtenbasierten Frühwarnsignale eine wertvolle Erweiterung des Abdeckungsgrads von Risk Guard.

Die Unterlagen zur Veranstaltung können Sie hier per Mail anfordern: infos@rsu-rating.de