LB-RATING

LB-RATING
Interne Ratingverfahren mit hoher Trennschärfe und umfassendem Anwendungsbereich
LB-RATING
Interne Ratingverfahren mit hoher Trennschärfe und umfassendem Anwendungsbereich

LB-Rating ist ein System zur Erstellung, Bearbeitung, Prüfung und Verwaltung von internen Ratings gemäß den Anforderungen von Basel III/IV. Dadurch entstehen standardisierte und objektive Bonitätsurteile über verschiedene Asset-Klassen wie beispielsweise Unternehmen und Objekt-/Projektfinanzierungen.

Die Anwendung umfasst aktuell zwölf Module. Nutzer lizenzieren nur diejenigen Verfahren, die sie für ihr spezifisches Geschäft benötigen. Somit bleiben sie flexibel und es entstehen nur Kosten für die tatsächlich genutzten Module.

Zusätzlich bietet LB-Rating die Möglichkeit, bereits bestehende eigene Ratingverfahren schnell und unkompliziert zu integrieren.

 

ANWENDUNGSBEREICHE

ANWENDUNGS-
BEREICHE

Ein Rating bewertet die Bonität eines Kreditnehmers. Die Ratingverfahren der RSU weisen darüber hinaus jedem Kreditnehmer eine eindeutige Ausfallwahrscheinlichkeit zu. Diese ist bei einem Unternehmen von anderen Faktoren abhängig als beispielweise bei einem Staat oder einer Bank. Um diese vielfältigen Aspekte widerzuspiegeln, wurden für verschiedene Bereiche unterschiedliche Ratingverfahren entwickelt:

BANKEN
CORPORATES
FLUGZEUGFINANZIERUNGEN
FONDS
INTERNATIONALE GEBIETSKÖRPERSCHAFTEN
INTERNATIONALE GEWERBLICHE IMMOBILIENFINANZIERUNG
LÄNDER UND TRANSFERRISIKO
LEASING
LEVERAGED FINANCE
PROJEKTFINANZIERUNGEN
SCHIFFSFINANZIERUNGEN
VERSICHERUNGEN

BANKEN
Unabhängig von der Rechtsform können weltweit alle Institute, die mehrheitlich banktypische Geschäfte tätigen und einer Beaufsichtigung unterliegen, mit dem Modul Banken abgebildet werden. Dies umfasst unter anderem folgende Banktypen: Allfinanzinstitut, Universalbank, Investmentbank, Hypothekenbank, Bausparkasse, Sparkasse, Genossenschaftsbank, Regionalbank, Banken-Holding, Staatsbank bzw. staatsnahe Bank, supranationale Bank. Auch Institute ohne Banklizenz können bewertet werden.

Besonderheiten
Das Modul basiert auf einem Scorecard-Ansatz. Neben den quantitativen und qualitativen Kennzahlen fließen zusätzlich ein Bankensystemrating sowie Marktfaktoren in die Berechnung ein. Darüber hinaus werden der Gesellschafterhintergrund und eine mögliche Unterstützung durch den Staat sowie elf europäische Institutssicherungsfonds abgebildet.
Zur Gewährleistung der globalen Einsetzbarkeit erfolgt eine Segmentierung gemäß dem Sitzland des Instituts in verschiedene Ländergruppen. Für ausländische Institute wird das Transferrisiko berücksichtigt.
Die enge methodische Verzahnung mit dem Modul Versicherungen ermöglicht Synergien bei der Nutzung beider Module.

Das Modul Banken in der Praxis
Das Modul befindet sich seit 2005 im stabilen jährlichen Pflegezyklus. Durch die große Datenbasis von mehr als 99.000 Ratings ist eine sehr hohe statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit Anfang 2007 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

CORPORATES
Das Modul Corporates ist für die Bewertung von Unternehmen unterschiedlichster Branchen im nationalen und internationalen Umfeld konzipiert. Um den unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten für Unternehmen weltweit gerecht zu werden, wird eine Klassifizierung in verschiedene Submodule durchgeführt.

Besonderheiten
Das Ratingverfahren basiert auf einem Scorecard-Ansatz, in dem quantitative und qualitative Merkmale in geeigneter Gewichtung miteinander kombiniert werden. Bei börsennotierten Unternehmen findet zusätzlich ein optionspreistheoretisches Modell Anwendung.
Neben diesen zahlenbasierten Informationen werden auch qualitative Einschätzungen berücksichtigt. Zusätzlich hat der Analyst die Möglichkeit, Warnsignale einzugeben oder Haftungsstrukturen zu hinterlegen.
Um die globale Einsetzbarkeit zu gewährleisten, erfolgt eine Segmentierung gemäß des Sitzlandes des Unternehmens über verschiedene Ländergruppen. Für ausländische Unternehmen wird zusätzlich das Transferrisiko berücksichtigt.

Das Modul Corporates in der Praxis
Das Modul befindet sich seit 2005 im stabilen jährlichen Pflegezyklus und wurde 2012 überarbeitet. Durch die große Datenbasis von fast 231.000 Ratings ist eine sehr hohe statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit Anfang 2007 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

FLUGZEUGFINANZIERUNGEN
Das Modul berechnet Ausfallwahrscheinlichkeit, Schadensquote und erwarteten Verlust für Flugzeugfinanzierungen. Dabei werden die Ergebnisse aggregiert in einer annualisierten Form und als zeitliches Profil dargestellt. Es sind Finanzierungen von einem Flugzeug bis hin zu Flottenfinanzierungen berechenbar.
Alle marktgängigen Finanzierungsformen wie „Kredite direkt an die Airline“, „Finance Leases“, „Operating Leases“ und „Warehouse Facilities“ können adäquat in Form von verschiedenen Submodulen abgebildet werden.

Besonderheiten
Das Modul ist auf die Abbildbarkeit der vertraglichen Ausgestaltungen von aktuell am Markt beobachtbaren Finanzierungskonstrukten zugeschnitten. Durch die dezidierte Verlustberechnung je Tranche lassen sich auch Beteiligungen an Konsortialfinanzierungen berechnen. Die positive Auswirkung von attraktiven Beleihungsausläufen, leistungsfähigen Operating Lessoren oder Servicern (bei Warehouse Facilities) sowie die stützende Wirkung von Restwert- und Zahlungsgarantien werden bei der Ausfallsimulation der Finanzierung entsprechend berücksichtigt.
Verlustmindernde Instrumente wie z.B. ECAs (Exportbürgschaften), Garantien (Zahlungsgarantien, Restwertgarantien, Deficiencygarantien) und Sicherheiten (Liquiditätsreserven, Wartungsrückstellungen, mobile und immobile Wertgegenstände) können angerechnet werden. Die Verlustgrößen werden je Tranche berechnet, wobei deren individuelle Besicherung und der Rang der Forderungen adäquat berücksichtigt werden. Crosscollaterlized und crossdefaulted Finanzierungen sind problemlos innerhalb eines Ratings abbildbar.

Das Modul Flugzeugfinanzierungen in der Praxis
Das Modul wurde 2007 inhaltlich überarbeitet und entsprechend den aktuellen Trends auf dem Flugzeugfinanzierungsmarkt erweitert. Es wird seit 2009 im Rahmen eines jährlichen Pflegezyklus validiert. Durch die vergleichsweise große Datenbasis von fast 13.000 Ratings ist aufgrund des Poolings eine gute statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit Ende 2009 für den Hauptanwendungsbereich Single-Airline-Finanzierungen für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

FONDS
Geschäfte mit Fonds: Hierunter fallen beispielsweise Kredite an Fonds, Repogeschäfte, Derivategeschäfte, etc., d.h. Geschäfte bei denen ein Kontrahentenrisiko existiert. Kreditinstitute können die Ratingergebnisse zur Berechnung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen verwenden.
Investitionen in Fonds: Diese Ratings können aufgrund der gegenwärtigen rechtlichen Rahmenbedingungen von Kreditinstituten nur für die interne Steuerung verwendet werden.

Besonderheiten
Das Modul basiert auf einem Scorecard-Ansatz. Aufgrund der unterschiedlichen Charakteristika wurde eine Aufteilung in die Submodule Publikumsfonds und Hedge Fonds vorgenommen. Im Submodul Publikumsfonds können Aktien-, Renten-, Geldmarkt-, Rohstoff- und Mischfonds sowie Dachfonds geratet werden. Quantitative Faktoren werden u.a. auf Basis eines komplexen Portfoliomodells berechnet, das die Länder- und Assetallokationen des Fonds berücksichtigt. Im Submodul Hedge Fonds ist dagegen die jeweilige Strategie für die Portfoliomodellierung entscheidend. Daneben gehen verschiedene qualitative Faktoren in das Rating mit ein. Außergewöhnliche Einflussfaktoren können durch geeignete Überschreibungen und Warnsignale in das Rating mit aufgenommen werden.

Das Modul Fonds in der Praxis
Das Submodul Publikumsfonds wurde auf Basis einer großen Anzahl von Echtfällen entwickelt. Für die Entwicklung des Submoduls Hedge Fonds stand neben Echtfällen auch eine umfassende externe Datenbank zur Verfügung. Ausgestattet mit dieser Datengrundlage war eine robuste Parametrisierung möglich. Das Modul befindet sich seit Mitte 2009 im stabilen jährlichen Pflegezyklus. Durch die vergleichsweise große Datenbasis von über 12.000 Ratings im Datenpool ist eine gute statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit Ende 2009 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

INTERNATIONALE GEBIETSKÖRPERSCHAFTEN
Das Modul dient zur Beurteilung der wirtschaftlichen Fähigkeit und der Bereitschaft einer Gebietskörperschaft außerhalb Deutschlands, ihre Zahlungsverpflichtungen vollständig und rechtzeitig zu erfüllen. Es bezieht sich im Wesentlichen auf Regionen und Kommunen unterhalb der Ebene Nationalstaat, die allgemeine hoheitliche Aufgaben für Haushalte und Unternehmen ihres Verwaltungsgebietes wahrnehmen und dabei über die Möglichkeit zur Steuer- und Abgabenerhebung verfügen.

Besonderheiten
Das Modell basiert auf einem Scorecard-Ansatz und bezieht neben qualitativen und quantitativen Daten auch das politische und ökonomische Umfeld des Nationalstaats mit in die Analyse ein.
Um die strukturellen Unterschiede zwischen den föderalen Ebenen angemessen abbilden zu können, erfolgt eine Differenzierung in Kommunen und Regionen auf Basis der von Eurostat festgelegten NUTS- / LAU-Systematik. Je nach Segment kommen unterschiedliche Rating-Algorithmen zum Einsatz. Zusätzlich wird das Transferrisiko berücksichtigt.

Das Modul Internationale Gebietskörperschaften in der Praxis
Das Modul befindet sich seit 2005 im stabilen jährlichen Pflegezyklus. Durch die vergleichsweise große Datenbasis von über 7.900 Ratings ist aufgrund des Poolings eine gute statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit Anfang 2007 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

INTERNATIONALE GEWERBLICHE IMMOBILIENFINANZIERUNG
Das Modul Internationale Gewerbliche Immobilienfinanzierungen ist für gewerbliche Immobilienkreditgeschäfte anwendbar. Neben Einzelobjektfinanzierungen ist auch die Eingabe eines Portfolios möglich.

Besonderheiten
Über verschiedene Submodule werden unterschiedliche Finanzierungsziele (Investor, Bauträger, usw.) konsistent abgebildet. Um die Einsetzbarkeit für alle gängigen Immobilienarten zu gewährleisten, erfolgt eine weitere Differenzierung nach den Hauptsegmenten Büro, Einzelhandel, Wohnimmobilien, Gewerbe und Hotels. Finanzierungsaspekte können sehr detailliert mit unterschiedlichen Tranchen und Sondertilgungsregeln erfasst werden.
Das Modul ist simulationsbasiert. Die methodische Basis bildet die Ermittlung von 10.000 Szenarien zur allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung unter Verwendung von Monte-Carlo-Simulationen. Im nächsten Schritt wird eine Vielzahl regionaler Immobilienmärkte analysiert und in die Simulation miteinbezogen. Diese differenzierten Szenarienschätzungen dienen als Grundlage für die Simulation der zukünftigen Cashflows. Schuldendienst und zukünftige Cashflows werden gegenübergestellt und daraufhin die Kausalstruktur für die Ausfallwahrscheinlichkeit modelliert.

Das Modul Internationale Gewerbliche Immobilienfinanzierungen in der Praxis
Das Modul befindet sich seit 2005 im stabilen jährlichen Pflegezyklus. Die Datenbasis besteht aus über 23.000 Ratings.
Das Modul ist seit Anfang 2007 für den IRBA aufsichtlich anerkannt. Kreditinstitute können die Ratingergebnisse für alle Standorte außerhalb Deutschlands zur Berechnung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen verwenden.
Das Modul ist seit Ende 2009 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

LÄNDER UND TRANSFERRISIKO
Die Ausfallwahrscheinlichkeit von souveränen Staaten wird sowohl in inländischer als auch in ausländischer Währung ermittelt. Empirisch sind Ausfälle in inländischer Währung erheblich seltener zu verzeichnen als Ausfälle in ausländischer Währung, da beide Ereignisse von teilweise unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden. Daher enthält das Modul separate Teilmodelle für beide Wahrscheinlichkeiten.
Darüber hinaus ermittelt das Modul Länder und Transferrisiko das Risiko für ein Transferereignis, bei dem ein ausländisches Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährung aufgrund einer Devisenbeschränkung nicht mehr nachkommen kann. Dieses Rating kann von anderen Modulen referenziert werden, wenn Transferrisiken abgebildet werden sollen.

Besonderheiten
Das Modul basiert auf einem Scorecard-Ansatz. Um alle Staaten angemessen abbilden zu können, erfolgt eine Segmentierung nach Entwicklungsstand. Diese Einteilung wird jährlich aktualisiert. Je nach Zuordnung kommen unterschiedliche Verfahren zur Anwendung. Zusätzlich sind umfangreiche Sonderregelungen für Euroländer, Offshore-Länder etc. implementiert.

Das Modul Länder und Transferrisiko in der Praxis
Das Modul befindet sich seit 2005 im stabilen jährlichen Pflegezyklus. Durch die große Datenbasis von über 10.000 Ratings ist eine hohe statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit Anfang 2007 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

LEASING
Leasinggesellschaften
Das Modul ist für deutsche, nach HGB bilanzierende Leasinggesellschaften anwendbar. Es nimmt im Rahmen des Ratingprozesses eine Substanzwertrechnung vor, um den Besonderheiten einer solchen Leasinggesellschaft gerecht zu werden. Das Ratingmodell basiert auf einem Scorecard-Ansatz.

SPC-Immobilienleasing
Das Modul verwendet bei Immobilien-Leasingprojekten Scorecard- und Simulationselemente. Die Abbildung des offenen Restwerts mit Hilfe einer Simulation ermöglicht eine detailgenaue Modellierung des Objektwertes. Bei Finanzierungen im Ausland wird zusätzlich das Transferrisiko berücksichtigt.

Das Modul Leasing in der Praxis
Das Modul befindet sich seit 2005 im stabilen jährlichen Pflegezyklus. Durch die große Datenbasis von über 17.500 Ratings ist eine hohe statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit Anfang 2007 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

LEVERAGED FINANCE
Das Modul verwendet einen Scorecard-basierten Ansatz und ist für klassische LBOs (Leveraged Buyouts), MBOs (Management Buyouts) und Corporate-to-Corporate-Transaktionen geeignet. Gegenstand des Ratingverfahrens sind Unternehmensübernahmen unter Einsatz eines hohen Fremdkapitalanteils. Der Schuldendienst wird aus dem (zukünftigen) Cashflow des Zielunternehmens geleistet.

Besonderheiten
In die Berechnung fließen quantitative Faktoren ein, die auf Basis des Cashflows des Zielunternehmens sowie der Eigen- und Fremdkapitalstruktur ermittelt werden. Weiterhin werden qualitative Einschätzungen u.a. aus den Feldern Vertragsausgestaltung, Businessplan, Branchenentwicklung etc. berücksichtigt. Durch geeignete Überschreibungen und Warnsignale können darüber hinaus auch außergewöhnliche Einflussfaktoren berücksichtigt werden.
Das Modul ermittelt die Ausfallwahrscheinlichkeit für den Fremdkapitalanteil der Unternehmensakquisition. Bei der Berechnung werden sowohl vorrangige als auch nachrangige Verbindlichkeiten berücksichtigt. Das Modul ist nicht auf bestimmte Regionen beschränkt, sondern kann für Transaktionen weltweit eingesetzt werden.

Das Modul Leveraged Finance in der Praxis
Das Modul Leveraged Finance wurde auf Basis einer großen Anzahl von Echtfällen entwickelt, wodurch eine robuste Parametrisierung erreicht wurde. Das Modul steht seit Ende 2008 in der Anwendung LB-Rating zur Verfügung und wird seit 2009 im Rahmen eines jährlichen Pflegezyklus validiert. Durch die vergleichsweise große Datenbasis von über 5.300 Ratings ist aufgrund des Poolings eine gute statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit 2009 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

PROJEKTFINANZIERUNGEN
In der Regel handelt es sich bei Projektfinanzierungen um komplexe Anlagen wie Kraftwerke, Industrieanlagen oder Infrastrukturprojekte. Als Kreditnehmer tritt meist eine Einzweckgesellschaft auf. Das Modul ist global einsetzbar und bildet neben der Ausfallwahrscheinlichkeit auch die Schadensquote und den erwarteten Verlust ab.

Besonderheiten
Um die Spezifika aller gängigen Projektsegmente zu berücksichtigen, erfolgt eine Segmentierung in neun Hauptsegmente (z.B. Transport oder Energie) und etwa 50 Untersegmente (z.B. Straßen- und Schienenprojekt oder Kraftwerke mit PPA- und Merchant-Konstellationen). Die einzelnen Finanzierungsaspekte können sehr detailliert eingegeben werden. Für internationale Projekte wird das Transferrisiko berücksichtigt.
Das Modul Projektfinanzierungen ist simulationsbasiert und ermittelt den erwarteten Cashflow eines Finanzierungsprojekts. Zu diesem Zweck werden mit Monte-Carlo-Simulationen 50.000 Szenarien über die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung generiert. Auf Basis dieser differenzierten Szenarienschätzungen erfolgt eine Simulation der zukünftigen Cashflows. Dabei werden segmentspezifische Volatilitäten berücksichtigt. Der Schuldendienst wird den zukünftigen Cashflows gegenübergestellt. Darauf aufbauend wird die Kausalstruktur für die Ausfallwahrscheinlichkeit und die Verlustquote bei Ausfall modelliert.

Das Modul Projektfinanzierungen in der Praxis
Das Modul befindet sich seit 2005 im stabilen jährlichen Pflegezyklus. Durch die gute Datenbasis von über 39.000 Ratings ist aufgrund des Poolings eine hohe statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit Anfang 2007 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

SCHIFFSFINANZIERUNGEN
Das Modul berechnet Ausfallwahrscheinlichkeit, Schadensquote und erwarteten Verlust von Gesellschaften, die speziell zur Finanzierung von Einzelschiffen oder Flotten gegründet worden sind. Es ist in der Lage, unterschiedliche Finanzierungsarten weltweit abzubilden. Ein gewöhnliches Schiffshypothekendarlehen kann ebenso eingegeben werden wie eine zusätzliche Bauzeitfinanzierung oder eine Eigenmittelzwischenfinanzierung.

Besonderheiten
Um die Einsetzbarkeit für alle Schiffstypen zu gewährleisten, erfolgt eine Segmentierung in sechs Haupt- und mehr als 30 Unterkategorien.
Das Modell basiert auf Monte-Carlo-Simulationen, die 10.000 Szenarien über die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung erzeugen. Im nächsten Schritt wird der globale Schiffsmarkt analysiert und in die Simulation miteinbezogen. Auf Basis dieser differenzierten Szenarienschätzungen erfolgt eine Projektion der zukünftigen Cashflows für das Finanzierungsobjekt. Durch die Gegenüberstellung von Schuldendienst und zukünftigen Cashflows wird die Kausalstruktur für die Ausfallwahrscheinlichkeit und die Erlösquote modelliert.

Das Modul Schiffsfinanzierungen in der Praxis
Das Modul befindet sich seit 2005 im stabilen jährlichen Pflegezyklus. Durch die außerordentlich große Datenbasis von über 51.000 Ratings ist aufgrund des Poolings eine sehr hohe statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit Anfang 2007 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

VERSICHERUNGEN
Das Versicherungsrating ist für Unternehmen konzipiert, die nach dem allgemeinen Marktverständnis als Versicherung eingestuft werden oder mehr als 50% der betrieblichen Bruttoerträge aus dem Versicherungsgeschäft erwirtschaften. Es können Versicherungsunternehmen aus allen Bereichen sowie Mischkonzerne mit versicherungswirtschaftlichem Schwerpunkt abgebildet werden.

Besonderheiten
Das Modul basiert auf einem Scorecard-Ansatz. Neben den quantitativen und qualitativen Aspekten wird auch der Gesellschafterhintergrund abgebildet. Zudem werden unterschiedliche nationale Bilanzierungsregeln berücksichtigt.
Der Heterogenität der Versicherungsbranche wird mit der Differenzierung nach vier Submodulen Rechnung getragen: Dem Segment „Life“ werden Lebens- und Krankenversicherungen zugeordnet. „Non-Life“ bezieht sich auf Sach- und Rückversicherungen, während das Segment „Rück“ nur für den speziellen Versicherungszweig „Rückversicherung“ verwendet wird. „Composite“ wird für sehr breit aufgestellte Versicherungsunternehmen verwendet.
Bei Ratings für ausländische Firmen wird zusätzlich das Transferrisiko mit einbezogen.

Das Modul Versicherungen in der Praxis
Das Modul befindet sich seit 2005 im stabilen jährlichen Pflegezyklus. Durch die große Datenbasis von mehr als 18.000 Ratings ist eine sehr hohe statistische Aussagegenauigkeit gegeben.
Das Modul ist seit Anfang 2007 für den IRBA aufsichtlich anerkannt.

Migrationsmatrizen und PD-Profile
Zu allen zwölf Ratingverfahren liefert die RSU Ein-Jahres-Migrationsmatrizen und mehrjährige PD-Profile. Ratingmigrationen sind im Risikomanagement für Banken an verschiedenen Stellen von zentraler Bedeutung. Mit Inkrafttreten des Standards IFRS9 wird die Modellierung langfristiger Ratingmigrationen zusätzlich an Bedeutung gewinnen.
Der RSU steht als Marktführer für interne Ratingverfahren für das Großkundengeschäft ein ausreichend großer Datenpool zur Verfügung, um die Ratingmigrationen aus den internen Modellen ableiten zu können. Durch diesen Ansatz übertragen sich die Zykluseigenschaften der Ratingverfahren auch auf die Migrationsmatrizen und PD-Profile, eine Grundvoraussetzung für die weitere Verwendung in den nutzenden Instituten.

METHODIK

Ein Experten-Team entwickelt den fachlichen Kern von LB-Rating
Bei der Entwicklung von Ratingverfahren werden auf Basis historischer Informationen und fundiertem Expertenwissen Modelle zur Schätzung von Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten generiert. Empirisch ermittelte funktionale Zusammenhänge können sich jedoch im Zeitverlauf verändern oder an Stabilität verlieren. Aus gutem Grund wird daher aufsichtsrechtlich gefordert, Ratingverfahren in regelmäßigen Zeitabständen auf ihre Prognosefähigkeit hin zu überprüfen.
Die Validierung der RSU-Ratingverfahren erfolgt im jährlichen Turnus in der Abteilung Methodik unter Einbindung unserer am Pool beteiligten Kunden. Die Pflege folgt dabei einem von der RSU festgelegten Validierungskonzept. Bei der Durchführung stehen professionelle IT- und Statistik-Werkzeuge zur Verfügung.

LB-Rating liefert nachweisbar genaue Vorhersagen über die Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten
Die Ratingnote gibt Aufschluss über die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, PD) eines Kredits. Zentrales Qualitätsmerkmal eines Ratingverfahrens ist die Trennschärfe des zugrunde liegenden Modells. Damit wird die Fähigkeit bezeichnet, Kreditnehmer mit hohem Risiko von Kreditnehmern mit geringerem Risiko zu unterscheiden. Bei einigen Ratingverfahren wird darüber hinaus auch die Verlustquote (Loss Given Default, LGD) eines Kreditnehmers bei Ausfall ermittelt. Auch hier kommt es auf die Genauigkeit des Modells an, um möglichst exakte Einschätzungen dieses Risikoparameters zu erhalten.
Insgesamt steht die Validierung der Vorhersagequalität von PD und LGD im Zentrum der methodischen Arbeit der RSU. Die Vorhersagequalität wird dabei insbesondere mittels der im Pool tatsächlich eingetretenen Kreditausfälle überprüft. Um eine gute Vorhersagequalität zu erlangen, müssen trennscharfe Faktoren identifiziert werden, die in geeigneter Weise in die Modellierung einfließen.

Ein umfangreicher Datenpool ist die Basis für präzise Vorhersagen und die große Bandbreite von Ratingmodulen
Die Gesamtheit der erstellten Ratings wird anonymisiert und dient als Basis für die Überprüfung und Weiterentwicklung der Verfahren. Dieser so gebildete Gemeinschaftspool ist im Allgemeinen sehr viel größer als die Anzahl der Ratings bei einem Einzelinstitut. Damit lassen sich genauere Auswertungen durchführen und eine bessere Vorhersagequalität erreichen. Zudem können Spezialsegmente abgebildet werden, die in einem Einzelinstitut nur in geringer und für statistische Zwecke nicht ausreichender Zahl vorliegen würden.
Neben der hohen methodischen Qualität, die durch das Pooling-Verfahren erreicht wird, stellen sich für den Kunden auch Kostenvorteile ein: Er trägt die Entwicklung und den Betrieb der Anwendung nicht allein, sondern teilt sich den Aufwand mit anderen Kunden. Trotz des Gemeinschaftspools sind die Individualität der Ratings und der notwendige Datenschutz garantiert.
Die umfassende Abdeckung von LB-Rating mit insgesamt zwölf Ratingverfahren ist eine weitere Besonderheit. Das Spektrum wird kontinuierlich ausgeweitet und verfeinert, so dass die jeweiligen Anwendungsbereiche immer passgenauer geschnitten sind.

 

TECHNOLOGIE

Einfacher Zugang über das Internet
LB-Rating ist eine vollständig webbasierte Anwendung, die über den Internet Explorer aufgerufen werden kann. Sie kann schnell und ohne lokalen Installationsaufwand eingesetzt werden, nachdem sie individuell für den Kunden konfiguriert und aktiviert worden ist.

Intelligente Konzepte und hochwertige sicherheitsorientierte Technologien
Das LB-Rating Framework enthält alle Ratingmodule, übergreifende Dienste, sowie diverse Schnittstellen zur Anbindung hauseigener Systeme. Durch den modularen Aufbau ist es problemlos auch um institutseigene Ratingverfahren erweiterbar . Es wurde über eine moderne  Java-Architektur (Java EE) auf Basis von IBM-Produkten realisiert und entspricht damit einem weit verbreiteten und etablierten Standard. Dadurch ist eine einfache Integration in kundeneigene IT-Systeme und eine hohe Zuverlässigkeit des Gesamtsystems gewährleistet.
Die Anwendung basiert auf einem Thin-Client-Konzept, d.h. der Client bezieht seine Daten möglichst vollständig vom Server. Sämtliche Installations- und Wartungsarbeiten finden zentral auf dem Server statt. Der Anwender ist davon nicht betroffen. Alle Änderungen am Server – wie neue Releases oder sicherheitsrelevante Updates – kommen gleichzeitig allen Clients zugute. Die Kommunikation mit dem System erfolgt durch sichere und verschlüsselte SSL-Datenübertragung über dedizierte Netzwerke.

Qualitätsgesicherte und fehlervermeidende Prozesse
Methodische Parameter, wie z.B. Scorecard-Gewichtungen oder Kalibrierungsparameter, sind über Metadaten als Parameter hinterlegt und können ohne Änderung der Software zeitnah geändert werden.
Technologische Erweiterungen erfolgen in Form von zwei Releases pro Jahr. Alle damit verbundenen Prozesse basieren auf ITIL und gewährleisten somit qualitätsgesicherte und hochwertige Abläufe innerhalb der IT.

Vollständige Nachvollziehbarkeit von Änderungen
Sämtliche Änderungen an LB-Rating und der zugehörigen Dokumentation werden zentral festgehalten und sind damit auch später noch nachvollziehbar. Hierdurch können fachliche, rechtliche und technische Fragestellungen fundiert geprüft und beantwortet werden.

 

RATING-FLEX

Für Nutzer, die bereits eigene Ratingverfahren entwickelt haben und diese auf eine revisionssichere IT-Plattform übertragen möchten, ist Rating-Flex die ideale Lösung. Die Software ermöglicht die Integration von eigenen Rating-Algorithmen in die Anwendung LB-Rating.
Dabei kommt den selbst entwickelten Verfahren der komplette Funktionsumfang des LB-Rating Frameworks zu Gute.

Layout und Bedienung sind mit anderen Modulen identisch, so dass Anwender, die sowohl RSU-Module als auch Rating-Flex verwenden, keinen Unterschied in der Bedienung sehen. Ein eigenes Hilfesystem sowie eigene Kontexthilfen können in das hauseigene Verfahren ebenfalls integriert werden.
Da es sich um individuelle Verfahren handelt, findet keine Auswertung der Ratingergebnisse im Datenpool der RSU statt. Das nutzende Institut ist für die methodische Qualität seiner Algorithmen selbst verantwortlich.